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Fotografien von Eberhard Franke in einem anderen Licht

Vernissage 24.1.2008  19 Uhr mit Künstlergespräch 

Stadtmuseum, Marktstraße 48, Bad Tölz

Ausstellungsdauer: 25.1. - 16.2.2008 

 

Vernissage

Lumicon

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstschaffende,

es ist mir eine besondere Freude, Sie in der Galerie des Stadtmuseums zur Vernissage der Ausstellung Lumicon herzlich zu begrüßen.

 

In dem Wort Lumicon verbirgt sich das lateinische Wort Lumen das soviel bedeutet wie Licht oder Fenster. Wir blicken heute auch durch verschiedene Fenster und zwar mit dem vielfältigen Blick auf die Kunst.

Herr Eberhard Franke ein Meister der Fotografie, Gestalter und Initiator dieser Ausstellung zeigt uns seine fotografischen Werke in einem besonderen Licht, die uns aber auch eine besondere Betrachtungsweise abverlangt. Ungewohnt für den Betrachter ist die Unschärfe der Darstellungen. Sieht jemand im Alltag unscharf, greift er zu Hilfsmitteln wie Brille, stellt z.B. den Fernseher neu ein, weil etwa die Bildunschärfe störend wirkt oder er betätigt den Lichtschalter um durch mehr Licht klarer zu sehen.

 

Eberhard Franke hingegen fordert uns gerade dazu auf sich in den Bildern der Unschärfe fallen zu lassen, er spielt mit Formen, Farben, Licht, Schatten und Dunkelheit und vereint diese Elemente zu einer Komposition. Mit Hilfe technischer Geräte die man beherrschen muss wie ein Musikinstrument lässt er alles zerfließen und verschwimmen, indem er Konturen aufbricht um mit seinen Lichtgestalten ein bewusstes Schauen zu provozieren.

 

Wendet man sich einem dieser Werke in Ruhe zu und lässt es einige Minuten auf sich wirken, scheint es fast als verändern sich Farben und manchmal auch die Formen. Licht brauchen wir zum Leben, deshalb wirkt Licht solange es nicht zu grell ist, als stärkend und strahlt positive Energien aus.

 

Während des Besuchs der Ausstellung verlassen sie die bekannten Wege, kommunizieren mit einer eindrucksvollen Bildsprache, und setzen sich mit einer professionellen Umsetzung der Fotografie als Medium auseinander.

 

Seit ca. 30 Jahren fotografiert Eberhard Franke, als

9 jähriger porträtierte er mit der Kamera seines Vaters seine Schulfreunde, mit 15 konnte er sich seine 1. selbstverdiente  Kamera leisten und mit 19 bekam er seinen ersten kommerziellen Auftrag.

Dieser Auftrag beinhaltete die Kranzniederlegung von Mitgliedern des italienischen Konsulats im Kz Bergen-Belsen fotografisch festzuhalten.

 

Viele Aufträge folgten, zu seinen Kunden gehören Unternehmen, Rechtsanwälte, Architekten, Banken oder auch Opernhäuser aber Eberhard Franke sieht sich nicht als Werbefotograf sondern bekennt sich zur Poesie in der Technik.

 

So möchte ich jetzt auch abschließen mit einem Auszug aus einem Gedicht von Wilhelm Busch, dessen Todestag sich heuer zum 100. Mal jährt.

 

Busch und Familie Franke haben in Ihrem Leben Parallelen:

Sie sind alle Künstler und zogen von Hannover nach München bzw. nach Neufahrn und setzten sich unter anderem mit Licht auseinander:

Ich weiß nicht mehr genau, wie es gekommen.

Kurzum! Nach längerem Verborgensein

Hab ich dereinst auf Erden Platz genommen,

Um auch einmal am Licht mich zu erfreun.

Und alsogleich fasst` mich die Zeit beim Kragen

Und hat mich neckisch, ohne viel zu fragen,

Bald gradeaus, bald wiederum im Bogen,

durch diese bunte Welt hindurchgezogen.

 

Danke für diese Ausstellung und ich wünsche regen Besuch und weiterhin viel Erfolg.

 

Andreas Binder, Leiter des Stadtmuseums

 

 

Fotos: Bhavana Franke

 

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